Unter dem Begriff Intelligent Asset Management (IAM) fasst SAP mehrere Produkte zu einem Portfolio für alle Belange der Instandhaltung zusammen. Den Kern bildet das klassische Modul in S/4HANA; ergänzende Cloud-Lösungen decken Themen wie vorausschauende Wartung, übergreifende Zusammenarbeit, mobile Abwicklung und kartenbasierte Darstellung ab.
S/4HANA Asset Management ist das klassische SAP-Modul, früher als Plant Maintenance (PM) und später als Enterprise Asset Management (EAM) bezeichnet. Es umfasst die Verwaltung der technischen Stammdaten, Ressourcen und Wartungsplanung sowie die Meldungs- und Auftragsabwicklung – die Basis für die Instandhaltung in SAP. Es steht sowohl in der klassischen Oberfläche (SAP GUI) als auch über Fiori-Apps zur Verfügung.
Über Technische Plätze und Equipments werden die technischen Objekte nach funktionalen oder räumlichen Gesichtspunkten gegliedert und in SAP abgebildet. Klassifizierung und Merkmale ergänzen die Stammdaten dort, wo Standardfelder nicht ausreichen.
Wartungspläne erzeugen automatisch Inspektions- und Wartungsmeldungen oder -aufträge. Die Terminierung kann nach festem Intervall, zählerstandsabhängig oder als Mischform erfolgen; Strategiepläne fassen wiederkehrende Zyklen zusammen und vereinfachen die Pflege.
Die Meldungs- und Auftragsabwicklung ist im Tagesgeschäft der meistgenutzte Bereich. Hier werden Aufträge erzeugt, geplant, disponiert, rückgemeldet und abgeschlossen. Aus dem Auftrag entstehen Bestellanforderungen und Lagerreservierungen – er ist damit das Bindeglied zur Materialwirtschaft. Zugleich ist der Auftrag Kontierungsobjekt für alle anfallenden Kosten und damit das zentrale Objekt für die kaufmännische Auswertung der Instandhaltung.
Das Instandhaltungsinformationssystem stellt die im Prozess entstandenen Daten für Auswertungen bereit. Für umfangreichere Analysen werden die Daten häufig zusätzlich in SAP BW bzw. über Embedded Analytics ausgewertet.
Asset Performance Management ist eine Cloud-Lösung für die vorausschauende und zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung. SAP hat darin die früheren Produkte Asset Strategy and Performance Management (ASPM) und Predictive Asset Insights (PAI) zusammengeführt; APM gliedert sich heute in die Bereiche Asset Strategy (Strategie- und Risikobewertung, Kritikalität, Maßnahmenableitung) und Asset Health (zustandsbasierte Überwachung). Ziel ist, Ausfallrisiken zu senken und Instandhaltungskosten zu optimieren – unterstützt durch IoT-Daten und Analysen.
Business Network Asset Collaboration ist eine Cloud-Lösung und war früher als Asset Intelligence Network (AIN) bekannt. Sie schafft eine gemeinsame Datengrundlage für Hersteller, Betreiber, Lieferanten und Dienstleister: Über digitale Abbilder der Anlagen lassen sich Stammdaten, Dokumentation und Instandhaltungsvorgänge unternehmensübergreifend austauschen – anstelle von Insellösungen und Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen.
Der SAP Service and Asset Manager ist die mobile App für die Instandhaltungs- und Serviceabwicklung im Feld. Techniker erfassen Aufträge, Rückmeldungen, Stör- und Befunddaten direkt vor Ort. Die Vorgänger dieser Cloud-Lösung waren der SAP Asset Manager und der SAP Work Manager.
Spatial Asset Management ermöglicht eine kartenbasierte Darstellung in der Instandhaltung – Anlagen werden im räumlichen Kontext auf der Karte sichtbar und bearbeitbar. Die Lösung ist on-premise und als Private Cloud verfügbar; ihr Vorgänger war das SAP Geographical Enablement Framework (GEF).